Archiv flassbeck-economics | 11.06.2015 (editiert am 25.05.2016)

Löhne, Produktivität und Währung – oder wie man den Bürger aus jedem Winkel des politischen Spektrums verwirrt

Mehrere Leser haben uns auf einen Artikel in der WELT hingewiesen und gefragt, was man davon halten soll. Der Artikel setzt sich mit den deutschen Löhnen auseinander und behauptet, steigende Löhne gefährdeten die deutsche Wettbewerbsfähigkeit und das, was die Zeitung „das deutsche Jobwunder“ nennt. Auf den ersten Blick ist es nicht weiter erstaunlich, einen solchen Artikel, der vor Widersprüchen und Kuriositäten nur so strotzt, in der WELT zu finden. Erstaunlich ist es, dass man es schafft, einerseits die deutsche Lohnzurückhaltung zu erwähnen und sogar die Lücke in der Wettbewerbsfähigkeit innerhalb der Währungsunion und am Ende dennoch ein Bild entwirft, das so aussieht, als ob in Deutschland die Lohnentwicklung zu überschießen droht.

Man macht das mit folgendem Argument und einem interessanten Bild. Die WELT schreibt: „So ist nicht nur der Wunsch vieler Deutscher zu verstehen, dass die Löhne endlich kräftig steigen sollen. Auch wirtschaftlich wären höhere Löhne zu begrüßen – wenn sie denn erwirtschaftet sind. Und genau hier liegt das Problem. Die Produktivität, die der Taktgeber für die Lohnentwicklung sein soll, kann in keinster Weise mit der Lohnentwicklung Schritt halten. So sind laut einer Untersuchung der DZ Bank die Lohnstückkosten – ein Gradmesser für die Wettbewerbsfähigkeit einer Volkswirtschaft – in keinem anderen großen Industrieland so stark gestiegen wie in Deutschland. [...]

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