Archiv flassbeck-economics | 30.06.2015 (editiert am 02.12.2016)

Preise und Lohnstückkosten – unter welchem Druck steht Frankreich? – 1

Griechenland hin, Griechenland her – auf flassbeck-economics haben wir immer wieder argumentiert, dass die Eurokrise keine spezifisch griechische Angelegenheit ist und keinesfalls die Rede davon sein kann, sie sei in anderen Teilen der Europäischen Währungsunion (EWU) so gut wie überwunden. Das grundlegende Problem der auseinanderlaufenden Wettbewerbsfähigkeit ist nach wie vor nicht wirklich gelöst: Deutschland ist, gemessen an seinen Lohnstückkosten, noch immer erheblich billiger als die meisten Währungspartnerländer, vor allem die beiden nächstgrößten, Italien und Frankreich. Solange das so ist, bleibt die Quelle für Handelsungleichgewichte bestehen und damit die Eurozone in Gefahr – ganz gleichgültig, wie sich der aktuelle Streit mit Griechenland weiter entwickelt.

In diesem Zusammenhang werden wir immer wieder gefragt, warum wir die Probleme der Wettbewerbsfähigkeit innerhalb der Eurozone hauptsächlich anhand der Entwicklung der Lohnstückkosten beurteilen und nicht allein anhand der Entwicklung der Verbraucherpreise oder des Deflators des Bruttoinlandsprodukts, d.h. der gesamten inländischen Produktion. Schließlich seien doch die Preise, die Unternehmen mit den von ihnen angebotenen Gütern erzielten, das, was ihre Wettbewerbsfähigkeit charakterisiere: Die Preise seien eben dann international „konkurrenzfähig“ und damit die Wettbewerbsfähigkeit ausreichend, wenn sie dem Preisniveau der ausländischen Anbieter ungefähr entsprächen.

Was ist von diesem Argument zu halten? Man kann sich leicht überlegen, [...]

Nichts schreibt sich von allein!

Nur für Abonnenten

MAKROSKOP ist das Magazin einer Neuen Monetären Ökonomik und damit in Deutschland einzigartig. MAKROSKOP steht für das große Ganze. Wir haben einen Blick auf Geld, Wirtschaft und Politik, den Sie so woanders nicht finden.

Dabei leben wir von unseren Autoren – Quer- und Weitdenkern –, ihren Recherchen, ihrem Wissen und ihrem Enthusiasmus. Gemeinsam scheren wir aus den schmaler werdenden Leitplanken des Denkbaren aus. Wir verlassen die journalistische Filterblase, in der sich viele eingerichtet haben. Wir öffnen Fenster und bringen frische Luft in die engen und verstaubten Debattenräume.

Das verschafft uns nicht nur Freunde.

Wenn Sie uns gerade deswegen unterstützen möchten, dann folgen Sie einfach dem Button.

Abonnieren

Anmelden