Die bösen französischen Bauern – oder wie man sich auch wehren kann

Jetzt ist die Aufregung der herrschenden Kreise wieder groß (typisch der Kommentar in der NZZ). Die französischen Bauern erdreisten sich, den freien Handel zu behindern. Sie beklagen sich über Billiglohnkonkurrenz und zudem noch aus Deutschland. Da sieht man wieder, dass sich ganz Frankreich nicht reformieren will. Die Bauern sind nur die Spitze des Eisberges in einer französischen Gesellschaft, die unwillig ist, ihre Privilegien aufzugeben und sich den Herausforderungen unserer Zeit zu stellen.

Bla – bla – bla. Die Bauern beklagen zu Recht (genauso wie es vor einigen Jahren die deutschen Milchbauern beklagt haben), dass sie stark schwankenden Preisen ausgesetzt sind, mit denen sie nicht vernünftig wirtschaften können. Für Rohstoffe und agrarische Produkte schwanken die Preise in einer Art und Weise, die jedes Industrieunternehmen rasch an die Grenze seiner Anpassungsfähigkeit führen würde. Wann sind denn für die deutschen Automobilunternehmen die Preise zum letzten Mal um 20 Prozent gefallen? Als es zum letzten Mal bei den deutschen Automobilproduzenten nur eine Absatzkrise gab, ist sofort der Staat mit einer hohen Subvention in Form einer Abwrackprämie eingesprungen und hat alles einschließlich der Preise stabilisiert.

Zudem sehen sich die Bauern einem Zwischenhandel gegenüber, der in hohem Maße oligopolisiert ist und die Preise quasi diktieren kann. [...]

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