Donald Tusk, der osteuropäische Irrglaube an die Marktwirtschaft und der späte Sieg des Marxismus

Donald Tusk war Ministerpräsident in Polen und ist der Präsident des Europäischen Rates, also der Zusammenkunft der Staatschefs der EU. Er hat in einem Interview etwas höchst Interessantes zum Griechenlandkonflikt gesagt. Laut FAZ warnt er vor einer ideologischen Spaltung Europas und vergleicht die Situation mit 1968. Und dann lässt er die Katze aus dem Sack. Laut FAZ sagt er, es werde die Illusion erweckt, es gäbe eine Alternative zum bestehenden Wirtschaftssystem, ohne Sparpolitik und Einschränkungen. Und dann kritisiert er Paul Krugman mit den Worten: „Was Krugman sagt, ist intellektuell sicherlich brillant, hat aber nichts mit der Realität zu tun.“

Das ist enorm aufschlussreich, weil es vermutlich typisch dafür ist, wie große Teile der osteuropäischen Politiker die gegenwärtige Auseinandersetzung deuten. Für sie gilt es, die „Marktwirtschaft“ Arm in Arm mit der deutschen Bundeskanzlerin (die ja aus einem ähnlichen Umfeld kommt) gegen die zu verteidigen, die das „System“ angreifen wollen. Ich bin überzeugt davon, dass 80 bis 90 Prozent aller Politiker in Osteuropa (einschließlich des Gebietes, das man heute Ostdeutschland nennt) wirklich glauben, es gehe hier um das „System der Marktwirtschaft“ als solches.

„System“ bedeutet bei Tusk ein System aus Sparpolitik und Einschränkungen, so wie es Schäuble ihm bei jedem Treffen erzählt. [...]

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