Dümmer geht’s nimmer – der Einzelhandel verkauft deutlich weniger und Spiegel-Online jubelt

Schon die Meldungen Anfang der Woche zu den Arbeitslosenzahlen für Juli waren zum Schreien. Alle meldeten wunderbare Werte, aber tatsächlich war die Arbeitslosigkeit zum ersten Mal seit einigen Monaten in saisonbereinigter Betrachtung (um 9000 Personen) klar gestiegen.

Heute nun meldet Spiegel-Online, dass die Deutschen „kaufen und kaufen“. Aber wie das so ist mit dem Jubeljournalismus, gerade kaufen sie deutlich weniger. Im Juni sind die Umsätze des Einzelhandels – wiederum saisonbereinigt, also in der einzig sinnvollen Betrachtung, die es gibt – deutlich gesunken (nachzuschauen: hier). Damit ist der Umsatz im zweiten Quartal praktisch genauso hoch wie im ersten. Das bedeutet, dass nach dem Anstieg, den es tatsächlich im Winterhalbjahr gegeben hat, keine Impulse mehr vorhanden sind, die für weitere Dynamik sorgen könnten.

Wenn die Werte für Juni (kommen nächste Woche) bei der Produktion des Produzierenden Gewerbes (also Industrie und Bau) auch nicht mehr als Stagnation im Juni zeigen, dann bedeutet das auch dort von Quartal zu Quartal nur Stagnation. Dann wird es schwer für das Statistische Bundesamt, ein Wachstum des BIP für das zweite Quartal auszurechnen. Da sind wir mal gespannt zu sehen, ob in Deutschland im Statistischen Amt genau so viel Phantasie vorhanden ist wie in Spanien.

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