Europäische Konjunktur weiterhin nahe der Stagnation – Teil 2

Die anhaltende Schwäche der Bauproduktion in Europa ist in mancher Hinsicht das beste Zeichen dafür, dass bei der wirtschaftspolitischen Steuerung des Kontinents etwas grundlegend schiefläuft. Für die EWU insgesamt liegt das Niveau der Bauproduktion jetzt schon fast zwei Jahre um etwa 30 Prozent unter dem Niveau, das 2007 und 2008 erreicht worden war (vgl. Abbildung 1).

Abbildung 1

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Wenn die Bauproduktion selbst bei Nullzinsen nicht von diesem niedrigen Niveau abhebt, kann man daraus nur schließen, dass die Einkommenserwartungen der meisten Menschen und die Gewinnerwartungen der meisten Unternehmen in Europa so schlecht sind, dass noch so günstige Finanzierungsbedingungen keine Rolle mehr spielen bei der Entscheidung, ob Wohnungen oder Fabrikhallen gebaut werden sollen. Der Pessimismus lässt sich offenbar nicht mehr durch geldpolitische Maßnahmen aufwiegen.

Europa hat mit der Austeritätspolitik und dem Versuch, sich mit Deflation und mit Lohnkürzungen aus der Krise zu kämpfen, ein fast unlösbares Problem geschaffen. Die Löhne und Einkommen bleiben gedrückt, weil ein Teil der Politik(er) das will, während der andere Teil, die Geldpolitik(er), mit allen Mitteln versucht, genau diese deflationäre Falle zu überwinden.

Naturgemäß noch schlechter sieht es in Südeuropa aus, denn dort war das Zentrum der Krisenbekämpfung mit den falschen Mitteln (vgl. [...]

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