Mit zweierlei Maß gemessen

„Der Republik stehen womöglich hitzige Debatten über das richtige Krisenmanagement bevor: Soll der Staat in der Flaute abwarten, bis die Wirtschaftsmaschine von selbst wieder auf Touren kommt – oder muss die Regierung gerade jetzt, wo die Stimmung depressive Züge annimmt, notfalls auch mit geliehenem Geld für Aufhellung sorgen?

Ist jede staatliche Wirtschaftsankurbelung so nutzlos „wie ein rostiger Nagel“ …? Oder muss eine Wirtschaft wie die [griechische] nicht doch auf intelligente Weise vom Staat gesteuert werden…?

… Die [R]egierung bereitet eine Wende in der Finanz- und Wirtschaftspolitik vor, die keinen abrupten Wechsel, wohl aber eine Kurskorrektur bedeuten wird. Sparsamkeit ja – aber nicht als Selbstzweck. Staatliche Aktivitäten zur Belebung der Wirtschaft – unbedingt. Die Kriterien von Maastricht – kein Dogma mehr. …

Denn eine übertriebene Knauserigkeit, das spürt die [griechische] Wirtschaft derzeit sehr genau, sorgt in der Krise für eine Verschärfung aller Probleme, weil dem Wirtschaftskreislauf das Lebenselixier entzogen wird. So schrumpften zwar die Defizite des Staates, doch die staatlichen Arbeitsplätze und die staatlich geförderten Investitionen schrumpften gleich mit.

Das Ergebnis: Der Abschwung fällt heftiger aus. Was als konjunkturelle Delle begann, könnte schnurgerade in die Rezession führen. [...]

Guter Journalismus hat seinen Preis

Dieser Artikel ist nur für Abonnenten komplett einsehbar.

Anmelden