Sind die Bedingungen für einen erfolgreichen Grexit gegeben?

Anmerkung zum heute erschienenen Text von Paul Steinhardt:

Ein Grexit erfordert meines Erachtens zwingend die Zusammenarbeit der griechischen Zentralbank mit einer großen ausländischen Zentralbank, um zu verhindern, dass Griechenland den Spekulanten auf den Devisenmärkten schutzlos ausgeliefert ist. Die können nämlich ein Auf und Ab in der Währungsbewertung in Gang setzen, unter dem kein normales kleines Land und erst recht kein hoch im Ausland verschuldetes kleines Land eine vernünftige Wirtschaftsentwicklung zustande bringen kann.

Die Absicherung des Wechselkurses einer neuen griechischen Währung müsste auf einem Niveau erfolgen, das einerseits der internationalen Wettbewerbsfähigkeit Griechenlands Rechnung trägt (was eine Abwertung gegenüber dem Euro in einer Größenordnung von ca. 30% bedeutet), das aber andererseits gewährleistet, dass Griechenland nicht von jeglichen Rohstoffimporten abgeschnitten ist (d.h. kein noch tieferer Absturz der Währung).

Darüber hinaus müsste verhindert werden, dass es im Laufe der Zeit zu großen Wechselkursschwankungen durch carry trades kommt. Die würden nämlich die Kalkulationsbasis von Sachinvestoren so stark stören, dass es kaum zu langfristigen Engagements im Investitionsbereich käme. Die bräuchte Griechenland aber. Beispiele für die katastrophale Wirkung von carry trades auf kleine Volkswirtschaften gibt es zu Hauf, man denke nur an Ungarn. Ein Ausschalten solcher Turbulenzen ist daher essentiell für den Aufbau einer soliden Wirtschaftsstruktur. [...]

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