The missing fleet – die Euro- und Griechenland-Analyse von Michael Bernegger

Viele Leser haben uns in den vergangene Wochen gebeten, zu der Analyse von Michael Bernegger, einem unabhängigen Schweizer Ökonomen, etwas zu sagen, der behauptet, dass die Diagnose der Troika im Fall Griechenland von vorneherein falsch gewesen sei, weil man sich nicht im Klaren darüber war, dass die offizielle Statistik unter anderem die Bedeutung der griechischen Handelsflotte grandios unterschätzt.

Ich beziehe mich hier vor allem auf das, was Bernegger in einem Interview mit den Deutsche Wirtschafts Nachrichten gesagt hat. Seine Punkte bezüglich der Untererfassung bestimmter Bereiche in der griechischen Statistik mögen vollkommen richtig sein. Nur, was ändert es? Zunächst wurde Griechenland ja nicht von den Regierungen, sondern von den Kapitalmärkten als das schwächste Glied der europäischen Kette identifiziert. Natürlich schauen auch die Analysten an diesen Märkten auf die amtliche Statistik und, wenn die schlecht ist, kann man dadurch tatsächlich ein Problem bekommen.

In Griechenland wie in vielen anderen Ländern auch wurde die Bedeutung einer guten Statistik sicher von der Regierung und den Behörden total unterschätzt. Gerade diejenigen, die besonders gute Marktwirtschaftler sein wollen, glauben häufig, man brauche eigentlich gar keine Statistik, weil der Markt in seiner Weisheit sowieso alles besser weiß als eine Statistikbehörde.

Wäre Griechenlands Leistungsbilanzdefizit fünf oder auch acht Prozentpunkte geringer gewesen, [...]

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