Archiv flassbeck-economics | 23.07.2015 (editiert am 01.12.2016)

Wachstum und Entwicklung für immer? – Teil 1

Wie vor einiger Zeit angekündigt, starten wir eine Serie von Artikeln, die sich mit den Veränderungen befasst, die man in einem prinzipiell marktwirtschaftlich organisierten System braucht, um die Grenzen, die der Menschheit von einem begrenzten Planten gesetzt sind, nicht zu überschreiten.

Wachstum als Krisenlösung?

Wann immer wir davon reden, man müsse wieder „Wachstum“ schaffen, also davon, wie man durch eine Steigerung der Produktion von Gütern und Dienstleistungen aus einer Krise herauskommen kann, kommt der Einwand, man könne doch nicht immer weiter auf Wachstum setzen, sondern müsse in alle Überlegungen einbauen, dass „Wachstum“ keine Lösung sei, sondern letztlich selbst das größte aller Probleme schaffe, nämlich die Unbewohnbarkeit der Erde.

Dieser Einwand ist grundsätzlich sicher nicht falsch, denn jeder vernünftige Mensch muss zugestehen, dass es nicht eine beliebige Steigerung des Verbrauchs von „Umwelt“ oder von natürlichen Ressourcen geben kann. Er schafft aber aus einigen Gründen eine falsche Sicht auf die Dinge, um die es geht.

Zunächst ist es vollkommen unangemessen, eine wodurch auch immer entstandene ökonomische Krise als Ausgangspunkt und sozusagen gute Gelegenheit wahrzunehmen, die Wirtschaft generell und bewusst auf Nullwachstum umzustellen. Ist eine Krise durch eine wirtschaftspolitische Fehlsteuerung entstanden wie die große Krise von 2008 und 2009, [...]

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