Deflationsgefahr im Euroraum: Was bringen die Anleihekäufe der EZB?

Die jährliche Inflation im Euroraum (d.h. die Preisveränderung zwischen dem betrachteten Monat und dem entsprechenden Vorjahresmonat) beträgt nach einer ersten Schätzung der europäischen Statistikbehörde Eurostat im August 2015 +0,2 Prozent und verharrt damit auf dem gleichen Niveau wie schon im Juni und Juli des gleichen Jahres. Das von der Europäischen Zentralbank (EZB) aufgelegte neue Anleihekaufprogramm hat damit sein Ziel weitgehend verfehlt, wie auch das Handelsblatt feststellt:

„Die aktuellen Zahlen wecken […] Zweifel, dass Zentralbanken die Inflation so steuern können wie sie bislang dachten. Vor weniger als einem halben Jahr hatte die Europäische Zentralbank (EZB) ein Programm gestartet mit dem Ziel, die Verbraucherpreise wieder in die Höhe zu treiben.

Die EZB kauft dazu monatlich Anleihen im Wert von 60 Milliarden Euro auf und will so die Banken zu mehr Kreditvergabe und damit Unternehmen zu mehr Investitionen und Verbraucher zum Konsum verführen. So soll die Inflation wieder in die Nähe der Zielmarke von knapp zwei Prozent Teuerungsrate getrieben werden“ (Handelsblatt, 31.08.2015).

In vielen deutschen Medien wird darauf hingewiesen, dass die merklich gesunkenen Ölpreise einen deutlicheren Preisanstieg verhindert hätten. Dies ist sicherlich richtig, aber der Ölpreisrückgang begann erst Mitte letzten Jahres. Da sich die Preise insgesamt schon weit länger als die Ölpreise auf einem niedrigen Niveau bewegen, [...]

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