Der Fall Island: Lehren aus einer europäischen Krise ohne Euro

 Ein Gastbeitrag von Dirk Ehnts mit einer Anmerkung von Heiner Flassbeck

Während in der Eurozone auch im Jahr 2015 die wirtschaftliche Lage schlecht und der Ausblick unsicher ist, gerät die Zunft der deutschen Ökonomen immer mehr ins Grübeln. Die Inflationsrate ist mit 0,1% viel zu niedrig, die Arbeitslosigkeit in der Eurozone ist mit über 11% viel zu hoch. Handelt es sich hier um ein Nachfrageproblem? Die meisten deutschen Ökonomen – sogar über 90%! – glauben laut einer Umfrage der SZ (hier), dass Regierungen via Finanzpolitik die Konjunktur stabilisieren können, mindestens in Ausnahmefällen. Kann man bestreiten, dass es sich bei der derzeitigen Lage um einen Ausnahmefall handelt?

Bei der Einführung des Euro waren einige Länder außen vor geblieben, u. a. Großbritannien und Schweden. Beide Länder haben sehr alte Zentralbanken und eine lange makroökonomische Tradition: John Maynard Keynes war Brite, Knut Wicksell Schwede. Die Werke dieser beiden Ökonomen werden heute von vielen als die Grundlage einer modernen Makroökonomie angesehen, die es nun, nach dem Versagen der Geldpolitik, die explizit Inflationsziele festlegte, neu zu erschaffen gilt.

In Großbritannien waren sich linke und rechte Ökonomen einig, dass der Euro nicht funktionieren könnte. [...]

Guter Journalismus hat seinen Preis

Dieser Artikel ist nur für Abonnenten komplett einsehbar.

Anmelden