Archiv flassbeck-economics | 22.09.2015 (editiert am 25.05.2016)

Die Europäische Konjunktur im Herbst 2015: Das endlose Debakel des Wolfgang Schäuble (Teil 3)

Gerade meldet die Financial Times (hier, kostenpflichtig), dass sich der Chefvolkswirt der Bank von England, Andy Haldane, dafür ausgesprochen hat, das Bargeld abzuschaffen. Willkommen im Club der Ahnungslosen (wir haben uns hier mit der Forderung auseinandergesetzt und sie abgelehnt)! Nur auf diese Weise, sagt er, könnten die Notenbanken mit der Möglichkeit, Negativzinsen auf liquide Vermögensteile zu verlangen, ihre wirtschaftspolitische Handlungsmöglichkeit in Zeiten der Deflation zurückgewinnen. Klar, und die Zeiten der Deflation sind ja gewissermaßen unabänderlich, so dass man solche gravierenden Veränderungen vornehmen muss, um mit Der Deflation auf Dauer leben zu können.

Die Konfusion über Inflation und Deflation geht tiefer und weiter, als ich das jemals angenommen hätte. Mit anderen Worten, die Idee, Geld sei der Schlüssel zur Veränderung des Preisniveaus ist auch bei jemandem wie Haldane (den ich für seine Analysen der Finanzkrise sehr schätze und der sicher nicht unter fremdem Einfluss steht) so tief verwurzelt, dass er sich auch nach vielen Jahren offenkundigen Versagens jeder Art von Geldmengentheorie nicht zu einer fundamental anderen Diagnose des Deflationsphänomens durchringen kann. Doch dazu später, wenn es um die neuen Deflationszahlen aus Europa geht, mehr.

Hatte es vor zwei Jahren so ausgesehen (auch das trug sicher zu Schäubles grandioser Fehleinschätzung bei, [...]

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