Gespaltene Weltkonjunktur, Verletzbarkeit und Krisen gehen reihum

Das Übersichtskapitel des jüngsten Quartalsberichts der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) trägt die Überschrift „Verletzbarkeit der Schwellenländer rückt ins Zentrum der Aufmerksamkeit“ („EME vulnerabilities take center stage”). Im letzten Jahr hatte es sich bereits bei vielen Indikatoren abgezeichnet. Im Laufe dieses Jahres ist es dann zu einer nicht mehr zu leugnenden Realität geworden: Chinas Wirtschaft stottert. Und nicht nur das. Auch viele andere Schwellenländer schwächeln gewaltig oder befinden sich bereits in der Rezession, mögliche weitere Verschlechterung nicht ausgeschlossen. Der Begriff „Schwellenländerkrise“ wird daher zunehmend populärer.

Derselbe BIZ Quartalsbericht enthält auch einen sehr interessanten Aufsatz zu „Internationalen monetären Ausstrahlungseffekten“ („international monetary spillovers“). Die Autoren Boris Hofmann und Előd Takáts belegen darin empirisch, dass es einen starken internationalen Zinsverbund gibt, der sehr stark von der amerikanischen Geldpolitik bestimmt wird. Der von der Federal Reserve gesetzte Zins hat einen erheblichen Einfluss auf den geldpolitischen Kurs anderer Zentralbanken (das sind eben jene „internationalen monetären Ausstrahlungseffekte“). Der Kreis der untersuchten Länder enthält sowohl 8 entwickelte Länder als auch 22 Schwellenländer. (Die Länder der Eurozone wurden bei dieser Untersuchung bewusst ausgeschlossen, weil der Euro zumindest regional eine ähnliche Rolle wie der US-Dollar spielt.)

Die Gegenstände dieser beiden Aufsätze sind stärker miteinander verbunden, [...]

Guter Journalismus hat seinen Preis

Dieser Artikel ist nur für Abonnenten komplett einsehbar.

Anmelden