Jackson Hole 2015: Zu den Rätseln und Herausforderungen der niedrigen Inflation

Letzte Woche fand das wirtschaftspolitische Jahressymposium von Jackson Hole statt. Die Federal Reserve Bank von Kansas City lädt dazu traditionell im Spätsommer auserwählte wirtschaftspolitische Prominenz aus den USA und dem Ausland in die Wildnis von Wyoming ein.

Im letzten Jahr war die Rednerliste mit Federal Reserve Vorsitzender Janet Yellen, EZB Präsident Mario Draghi und dem Governeur der Bank of Japan Haruhiko Karuda besonders hochkarätig gewesen. In der Regel gibt das Symposium den Rednern die Chance dazu, ein wenig Abstand zu nehmen vom aktuellen geldpolitischen Tagesgeschäft und auf grundlegendere Themen und Herausforderungen einzugehen. Wir erinnern uns noch, dass etwa Mario Draghi seine Jackson Hole Rede im letzten Jahr dazu nutzte, die öffentliche Diskussion und wirtschaftspolitische Auseinandersetzung auf die von ihm betriebene EZB Politik der „quantitativen Lockerung“ (kurz: „QE“) vorzubereiten. Er nahm sich damals sogar heraus, einen kleinen Seitenhieb in Sachen Fiskalpolitik in Richtung Berlin zu verteilen. Länder mit finanzpolitischem Spielraum sollten diesen auch nutzten, argumentierte er damals.

QE ist seit rund einem halben Jahr auch in der Eurozone zur Realität geworden. Und das Hyperventilieren verwirrter deutscher Geister über die vermeintlich drohende neue Hyperinflation hat sich inzwischen vielleicht etwas gelegt. Fiskalpolitisch dagegen passiert nichts. Die Geldpresse dreht sich, [...]

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