Turbo-Globalisierung und Flüchtlingsströme

Die Flüchtlingsströme haben viele Ursachen. Eine davon ist die Globalisierung. Sie erschwert wirtschaftliches Aufholen der weniger entwickelten Länder und lässt Nationen scheitern.

Jeden Tag dieselben erschütternden Bilder von Flüchtlingen – aus Tunesien, Libyen, Eritrea, Syrien usw. Und immer wieder versuchen uns die für die entsprechenden Regionen zuständigen Korrespondenten zu erklären, was die Menschen zur Flucht bewegt – Bürgerkriege, Terror, Diktaturen, Hungerkatastrophen, Perspektivlosigkeit. Jedes Land hat seine Geschichte, seine Erklärung. Doch gibt es ein gemeinsames Muster?

Ja, fast alle Flüchtlinge kommen aus gescheiterten Staaten. Woran Staaten scheitern, oder nicht, darüber haben Wirtschaftshistoriker Dutzende von Büchern geschrieben. Sie kommen alle zu ähnlichen Ergebnissen – ungefähres Gleichgewicht der Kräfte, Vertrauenskapital, Rechtsstaat und immer wieder Institutionen. Daron Acemoglu und James Robinson haben das Begriffspaar der inklusiven und der extraktiven (bzw. exklusiven oder ausbeuterischen) Institutionen geschaffen.

Auf die Institutionen kommt es an! Die jüngere Geschichte der Entwicklungspolitik ist eine Geschichte der falschen Institutionen. Die Ökonomen der Weltbank haben Entwicklung vor allem als ein Problem des Transfers von Technologie gesehen. Deshalb haben sie versucht, den Entwicklungsländern durch die Ansiedlung von Multis zum Sprung nach vorne zu verhelfen. Zu diesem Zweck müsse man das Entwicklungsland für das ausländische Kapital attraktiv machen. [...]

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