Archiv | 02.09.2015

Erneut Verwirrung über das Wachstum in Griechenland

Betrachtet man die Entwicklung des saisonbereinigten realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Griechenland (die prozentuale Veränderung gegenüber dem jeweiligen Vorquartal) seit Mitte letzten Jahres, so ergibt sich auf den ersten Blick ein irritierendes Bild. Entsprechend groß war hierzulande auch die Konfusion in Medien, Politik und Wissenschaft. Nachdem Mitte November letzten Jahres von der europäischen Statistikbehörde Eurostat die neuesten Wachstumsraten des BIP für das dritte Quartal 2014 veröffentlicht wurden, nach denen Griechenland (zusammen mit Slowenien) mit einem realen BIP-Wachstum von 0,7 Prozent im Vergleich zum Vorquartal an der Spitze aller Euroländer lag, zeigten sich die Medien hellauf begeistert: Griechenland wurde nun als „Wachstumschampion“ (Spiegel online) und als „Überraschungssieger“ (Deutschlandfunk) gefeiert und viele Befürworter der Austeritätspolitik fühlten sich in ihrer Auffassung bestätigt, so etwa Andreas Scheuerle von der Dekabank: „Es ist zunächst mal irgendwo ein Grund zu feiern, weil man sieht: Es ist nicht umsonst, was man getan hat. Das sehen übrigens auch andere Länder wie Spanien, Irland oder Portugal. Die Länder, die in Europa Reformen vorangebracht haben, die zeichnen sich jetzt durch hohe Wachstumsraten aus. Und das ist schon einmal eine ganz gute Botschaft“ (Deutschlandfunk).

Als Eurostat dann Anfang März 2015 die Wachstumsraten des realen BIP für das vierte Quartal 2014 bekanntgab, [...]

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