25 Jahre deutsche Einheit – weder Einheit noch Gleichheit und nichts gelernt

Feiern ist leicht, verändern ist schwer. Das hätte ein ernsthaftes Motto des 25. Jahrestages der deutschen Wiedervereinigung am vergangenen Samstag sein können. Die politische Vereinigung Deutschlands und die deutsch-deutsche Währungsunion sind am 3. Oktober 1990 zwar besiegelt worden, von einer gesellschaftlichen und sozialen Einheit sind die beiden Teile Deutschlands aber auch nach einem Vierteljahrhundert noch weit entfernt.

Das hätte uns und unseren Politikern zu denken geben sollen. Doch Denken gehört nicht zu den primären politischen Aufgaben und deshalb hat die politische Klasse wieder einmal lieber gefeiert. Hätten sie ein wenig nachgedacht, hätten sie aus den Lehren der deutsch-deutschen Währungsunion auch Schussfolgerungen für die Europäische Währungsunion ziehen können, die fast fünfzehn Jahre nach dem Umtausch der Währungen am Abgrund steht.

Wie fundamental sich Helmut Kohl und die CDU mit dem Versprechen „blühender Landschaften“ im Osten geirrt haben, zeigt das unten stehende Bild aus dem gerade von der Bundesregierung veröffentlichten Jahresbericht 2015 zur deutschen Einheit.

p1

Die Angleichung der Lebensverhältnisse von Ost an West ist eine Schnecke und seit 2009 gibt es keine Angleichung der Lebensverhältnisse mehr, selbst wenn die Bundesregierung versucht, das mit der grünen Linie (einer neueren Einkommens- und Verbrauchsstichprobe, [...]

Guter Journalismus hat seinen Preis

Dieser Artikel ist nur für Abonnenten komplett einsehbar.

Anmelden