Archiv | 28.10.2015

Der ifo-Index zeigt schon wieder nach unten, aber ifo will es nicht glauben

Wenn man mit ruhigem Verstand die unten abgebildeten Kurven anschaut, kommt man zu dem Ergebnis, dass die deutsche Wirtschaft bestenfalls weiter im Stagnationsmodus fährt, so wie schon einige Jahre vorher. Seit 2011, das wissen wir ja auch von vielen anderen Indikatoren, gibt es nur noch eine Seitwärtsbewegung ohne Dynamik nach oben. Das Institut, das diese Reihe aus einer Umfrage zusammenstellt, hat damit aber ein gewaltiges Problem. Denn jetzt ist schon zum zweiten Mal hintereinander ein „Aufschwung“, den der Indikator angezeigt hat, nicht eingetreten.

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Man macht nämlich diese Umfragen und versucht daraus einen Frühindikator zu bauen, genau weil man sich erhofft, ein solcher Indikator werde mit seinen Wendepunkten nach oben (wie in den Jahren 2012 und 2014 zu beobachten) auch einen wirklich beginnenden Aufschwung vorhersagen und nicht bald wieder einknicken. Letzteres ist aber nun zum zweiten Mal passiert: Die blaue Linie, die halbwegs stetig verläuft und die aktuelle Geschäftslage beschreibt, zeigt wieder nach unten, während die orange Linie, die Geschäftserwartungen, seit 2014 erst gar nicht richtig nach oben gegangen ist und vor sich hin zappelt.

Das bedeutet entweder, dass man den ifo-Index als Indikator für konjunkturelle Wendepunkte getrost vergessen kann, was die Bedeutung des ifo-Instituts ganz ungeheuer schrumpfen lässt. [...]

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