Archiv | 16.10.2015

Deutschland ist ungeheuer selbstgefällig – und die ZEIT beweist es!

In der ZEIT (hier) gibt es eine interessante Diskussion (unter der Titelfrage: Ist Deutschland selbstgefällig?) über Deutschlands Rolle in Europa zwischen Jochen Bittner von der ZEIT und dem ehemaligen Korrespondenten der New York Times in Deutschland, Roger Cohen. Jochen Bittner beklagt sich bitter, dass im Ausland, und eben auch von Roger Cohen, Deutschland in seiner „neuen“ europäischen Rolle kritisiert wird.

Bittner schreibt zur Verteidigung Deutschlands: „Denn die Euro-Krise hat zwei geschlossene Narrative erzeugt, in denen die jeweils andere Seite der Alleinschuldige der Misere ist. Für das eine Lager ist dies das regelbesessene Deutschland, das ökonomische Gesetze über demokratischen Willen stellt. Für das andere Lager sind es unverantwortliche Politiker in Europas Süden, die für jahrelange Misswirtschaft jetzt auch noch mit einer Schuldenunion belohnt werden möchten.

Ich will gar nicht verhehlen, dass ich selbst eher dem ersten Lager zuneige. Die Deutsche Frage, denke ich, hat sich vor 25 Jahren erledigt. Es gibt meiner Wahrnehmung nach auch kein deutsches Diktat. Die Euro-Länder haben die Maastricht-Kriterien freiwillig unterschrieben. Sie haben auch unterschrieben, dass sie keine Hilfe erwarten dürfen, falls ihre Schuldenlasten untragbar werden. Wenn man Deutschland etwas vorwerfen möchte, dann, dass es die Rechtsgemeinschaft EU eher durch Nachsichtigkeit erodieren lässt.“

Zwei „geschlossene Narrative“ (Narrativ steht neudeutsch für Geschichte oder Erzählung, [...]

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