Archiv flassbeck-economics | 12.10.2015 (editiert am 18.05.2016)

Die Gemeinschaftsdiagnose der Institute, die Löhne und die totale Ignoranz

Lädt man den Text der Gemeinschaftsdiagnose der Institute, die vergangenen Donnerstag veröffentlicht wurde, und gibt bei der Suchfunktion „Leistungsbilanzüberschuss“ ein, wird man genau einmal fündig. Dort steht: „Damit steigt der Leistungsbilanzüberschuss in Relation zum Bruttoinlandsprodukt um reichlich einen Prozentpunkt auf 8,5 Prozent in diesem Jahr. Etwa drei Viertel dieses Anstiegs ist auf günstigere Rohölimporte zurückzuführen. Im kommenden Jahr dürfte der Überschuss bei 8,3 Prozent liegen.“ In der einschlägigen Tabelle findet man dann immerhin die absoluten Zahlen: In diesem Jahr wird ein Überschuss von fast 255 Milliarden Euro erwartet, im nächsten Jahr sind es dann fast 260 Milliarden.

Das war’s! Das ist der Kommentar von Wissenschaftlern, die in Instituten beschäftigt sind, die massiv öffentlich gefördert werden und die hier in einem öffentlichen Auftrag arbeiten. Ich will gar nicht davon reden, wie sehr Deutschland mit diesen Zahlen in eklatanter Weise gegen die europäischen Regeln verstößt, wo ja immerhin im Rahmen der Macroeconomic Imbalance Procedure (hier eine Analyse von uns dazu) eine Grenze von 6 Prozent am BIP gesetzt wurde (wenngleich die, wie wir immer wieder gesagt haben, asymmetrisch und dumm ist). Also das Land verstößt gegen die Regeln, das von den anderen permanent verlangt, sich an die Regeln zu halten. [...]

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