Archiv flassbeck-economics | 01.10.2015 (editiert am 25.05.2016)

Immigration und Bevölkerungsentwicklung in Amerika: ein transatlantischer Blick auf Europas Flüchtlingskrise

Das Jahr 2015 erreicht sein letztes Viertel, und schon jetzt ist klar, dass die Bilanz für Europa erneut durchwachsen ausfallen wird. Die Wirtschaft der Eurozone schrumpft zwar nicht mehr. Von einer wirklichen Erholung, die diese Bezeichnung auch verdienen würde, kann aber noch immer keine Rede sein. Massenarbeitslosigkeit und wachsende Armut bestimmen weiterhin das Bild in vielen Ländern. Die erste Jahreshälfte war dabei insbesondere von der Krise in Griechenland geprägt, die als humanitäre Krise und als Sinnbild einer gescheiterten Währungsunion weiter anhält, aber zurzeit nicht mehr als ernsthafte Bedrohung für den Bestand der Währungsunion empfunden wird.

Deutschland und Europa befinden sich nunmehr im Bann einer akuten Flüchtlingskrise, die alle anderen Herausforderungen in den Schatten gedrängt hat. Machen wir uns nichts vor: diese Krise ist, wie auf dieser Seite vielfach betont wurde, auch das Ergebnis gescheiterter westlicher Außen- und Entwicklungspolitik, speziell im Nahen Osten. Die Unterstützung der wirtschaftlichen Entwicklung der Länder in den armen Nachbarregionen Europas (und anderswo) bleibt unzureichend. Neben weitverbreiteter Armut leistete auch die westliche Außenpolitik ihren Beitrag zur politischen Destabilisierung. Dass Armut und Krieg Menschen in die Migration treiben, ist keine neue Erfahrung. Von der Kriegsnot ganz abgesehen, ist das Armutsgefälle vielfach derart krass, dass selbst die heutigen wirtschaftlichen Krisenländer Europas auf Flüchtlinge wie ein Schlaraffenland wirken müssen. [...]

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