Langzeitarbeitslosigkeit in der EU: Die Therapievorschläge der Europäischen Kommission

Wie die EU-Kommission berichtet, hat sich die Langzeitarbeitslosigkeit (die Zahl der Personen, die ein Jahr und länger arbeitslos sind und aktiv Beschäftigung suchen) in der EU zwischen 2007 und 2014 verdoppelt – auf mehr als 12 Millionen Menschen, die ungefähr die Hälfte aller Arbeitslosen ausmachen. Die Kommission hat deshalb am 17. September 2015 einen Vorschlag zur Integration der Langzeitarbeitslosen in den Arbeitsmarkt vorgelegt (European Commission 2015). Sie weist in ihrem Papier völlig zu Recht darauf hin, dass Langzeitarbeitslosigkeit zu Armut und sozialer Ausgrenzung führen kann und auch dazu beiträgt, dass Armut an die Kinder der von Arbeitslosigkeit betroffenen Haushalte weitergegeben wird, da die Bildungsabschlüsse der Kinder aus diesen Haushalten insgesamt relativ niedrig sind (European Commission 2015, S. 2).

Die Europäische Kommission schlägt drei konkrete Maßnahmen vor, die den Langzeitarbeitslosen einen Weg zurück in die Beschäftigung bahnen sollen:

„(1) die Anmeldung bei einer Arbeitsvermittlung fördern;

(2) die individuellen Bedürfnisse und das Potenzial der Langzeitarbeitslosen beurteilen, bevor diese 18 Monate arbeitslos sind;

(3) den Langzeitarbeitslosen spätestens dann eine Vereinbarung zur Jobintegration anbieten, wenn sie 18 Monate lang ohne Arbeit sind“ (European Commission 2015, S. 11; Übersetzung G.G.).

Die Vereinbarungen zur Jobintegration können unterschiedliche Maßnahmen wie Hilfe bei der Arbeitssuche, [...]

Guter Journalismus hat seinen Preis

Dieser Artikel ist nur für Abonnenten komplett einsehbar.

Anmelden