Archiv | 24.11.2015

Aus gegebenem Anlass: Saldenmechanik ist nur der Anfang, weiterdenken ist unumgänglich

Einige Leser haben mich darauf hingewiesen, dass Fabian Lindner im Zeitblog „Herdentrieb“ folgendes geschrieben hat:

„Was allerdings Stützel ziemlich explizit schreibt: Es ist eher wenig plausibel, dass der Lohnstückkostenanstieg (LSK) eines Landes die Ursache dafür sein kann, dass es Leistungsbilanzdefizite hat. Das aber vertritt ziemlich vehement Stützels ehemaliger Mitarbeiter Flassbeck – gegen die Position seines ehemaligen Chefs.“

Für diejenigen, die die Zusammenhänge nicht so genau kennen: Er meint Professor Wolfgang Stützel, meinen ehemaligen Chef an der Universität des Saarlandes (allerdings nur ein paar Monate), der das Buch „Volkswirtschaftliche Saldenmechanik“ schrieb und heute von einigen als Guru eines neuen volkswirtschaftlichen Denkens betrachtet wird.

Ich habe es schon oft gesagt (hier zum Beispiel), sage es aber gerne noch einmal: Saldenmechanik besteht aus Identitäten, man muss sie beherrschen, aber sie hilft nur ganz zu Anfang beim Verstehen der entscheidenden volkswirtschaftlichen Zusammenhänge. Sie ist kein Theorieersatz. Das genau aber ist ein Anschein, der von vielen und manchmal leider auch bei Stützel erweckt wird (und das schon mit dem Untertitel des Saldenmechanik-Buches, der „Ein Beitrag zur Geldtheorie“ heißt).

Für die Problematik Identität versus Theorie ist Stützels „Erklärung“ von Leistungsbilanzsalden, [...]

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