Der Mindestlohn für Flüchtlinge und die Irrtümer der traditionellen Arbeitsmarkttheorie – Teil 2

Lohnsenkung (oder Lohnsteigerung unterhalb der Regel, dass Produktivität und Zielinflationsrate entgolten werden müssen), wo immer und aus welchen Gründen sie praktiziert wird, vernichtet Arbeitsplätze, weil sie dazu führt, dass die Produkte, die mit Hilfe der Arbeitskraft und dem Einsatz von Kapital erzeugt worden sind, nicht mehr vollständig verkauft werden können.

Nur der Effekt, der im Gefolge einer Lohnsenkung über den Export läuft, das heißt genauer, über die Unterbietung andere Länder bei unveränderten Wechselkursen oder in einer Währungsunion (also eine reale Abwertung, wie das manchmal genannt wird), bringt mit ziemlicher Sicherheit eine positive Wirkung. Aber diese Wirkung ist niemals von Dauer, weil die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit eines Landes (jedenfalls, wenn es sich um ein großes und wirtschaftlich bedeutendes Land handelt) früher oder später die Handelspartner zwingt, das gleiche zu tun oder andere Maßnahmen zu ergreifen, die die reale Abwertung, die von der Lohnsenkung ausging, zu neutralisieren (vgl. dazu den Artikel hier).

Die binnenwirtschaftlichen Wirkungen einer Lohnsenkung werden selbst bei sonst progressiven Ökonomen oft nicht so klar angesprochen wie es wünschenswert wäre. Um es an einem mikroökonomischen Beispiel zu zeigen: Wenn die Gewerkschaften mit einem Unternehmen einen „Beschäftigungssicherungsvertrag“ abschließen, der beinhaltet, das die Arbeitnehmer auf einen Teil des möglichen Lohnanstiegs verzichten, [...]

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