Archiv flassbeck-economics | 19.11.2015 (editiert am 25.05.2016)

Europäische Konjunktur im September: Kein Ende der Schwächephase, Teil 1

Einige Leser haben gefragt, ob wir denn das Jahresgutachten des Sachverständigenrates (SVR) (hier zu finden) analysieren und kommentieren würden. Die Antwort ist: nein. Der Grund ist: es lohnt sich nicht. Ich habe es mir angetan, einige Minuten darin zu blättern, aber es ist sinnlos. Inzwischen bestehen die Kapitel nur noch aus aneinandergereihten Seminararbeiten, wo Literatur hin- und her gewälzt wird, die lediglich die eigenen Vorurteile bestätigt, ohne dass auch nur einmal der Versuch unternommen wird, selbst und eigenständig zu denken und sich von den üblichen „Ergebnissen“ der Forschung zu emanzipieren.

Ein Skandal ist weiterhin (oder wieder, nachdem im vergangenen Jahr ein konfuses Kapitel über die außenwirtschaftlichen Ungleichgewichte geschrieben wurde, hier von uns kommentiert), dass die deutlich zunehmenden deutschen Leistungsbilanzüberschüsse (8,5 Prozent vom BIP in diesem Jahr) nicht problematisiert werden, aber auch das ist ja nicht neu oder wirklich erwähnenswert. Peter Bofinger hat zu fast jedem Kapitel ein Minderheitsvotum abgegeben, aber auch das macht das Gutachten nicht besser, weil es sich ja auf etwas bezieht, was vollkommen irrelevant ist.

Europa (die EWU) verstößt in eklatanter Weise gegen alle Ziele, die der Gesetzgeber dem SVR aufgegeben hat, zu überprüfen und die dazu gehörigen Fehlentwicklungen zu analysieren. [...]

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