Archiv | 05.11.2015

Lohnverteilung offenlegen! Europa braucht einen (besseren) Dodd-Frank-Act

Die Lohnschere öffnet sich auch in der Schweiz immer mehr. Doch die Diskussion darüber ist eingeschlafen. Hier ist ein Vorschlag für eine neue, substantiellere Debatte: Die börsennotierten Unternehmen sollten ihre Lohnverteilung offenlegen.

Vorreiter in dieser Sache sind die USA. Dort müssen die börsennotierten Unternehmen gemäss dem Dodd-Frank-Act ab 2017 den Median, also den mittleren Wert der Löhne ihrer Angestellten ermitteln, mit dem Gehalt des Chefs vergleichen und die Zahlen veröffentlichen. Unser Vorschlag geht etwas weiter: Die börsennotierten Unternehmen sollen den Medianlohn des ärmsten und des reichsten Fünftels sowie des reichsten Ein-Prozent ihrer in der Schweiz tätigen Mitarbeiter veröffentlichen.

Warum diese Idee? In einer (geschlossenen) Volkswirtschaft versorgt der Unternehmenssektor mit seinen Lohn- und Dividendenzahlungen sowie mit den Steuern die übrigen Sektoren mit der Kaufkraft, die diese brauchen, um die Produkte und Dienstleistungen der Unternehmen zu kaufen – und damit den Kreislauf zu schliessen. (Wenn wir Investitionen berücksichtigen ändert sich an diesem Zusammenhang grundsätzlich nichts.)

Es ist deshalb zu erwarten, dass die Verteilung der Löhne in etwa der Verteilung des Konsums entspricht. Sind die Löhne (und die Kapitaleinkommen) deutlich ungleicher verteilt als der Konsum, entsteht ein Ungleichgewicht, das durch staatliche Rückverteilung, durch staatliche Investitionsprogramme und durch Kredite ausgeglichen bzw. [...]

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