Sind die EU-Kommission und die Europäische Zentralbank lernfähig?

Der Beitrag von Friederike Spiecker und mir vom vergangenen Donnerstag zur Reaktion des DGB auf eine Initiative der EU-Kommission hat erwartungsgemäß ein großes Echo ausgelöst.

Ökonomen, die ihre Position üblicherweise nicht unabhängig von der Position der Gewerkschaften bilden, haben heftig kritisiert, dass wir die Dachorganisation der deutschen Gewerkschaften so klar ins Visier nehmen. Um es jedoch klipp und klar zu sagen: Wir bilden unsere Positionen nicht in Abhängigkeit von Organisationen auf der einen oder auf der anderen Seite des politischen Spektrums und sind für diese Art der Kritik unempfänglich.

Argumente blieben von dieser Seite weitgehend aus. Wir können leider auch weiterhin nicht erkennen, wie man Lohnkoordination in der Währungsunion rundheraus ablehnen kann und wie insbesondere deutsche Gewerkschaften mit der Tatsache umgehen wollen, dass die deutschen Löhne (Lohnstückkosten) logischerweise sehr viel stärker steigen müssen als anderswo und als in der Vergangenheit, wenn der Euro eine Überlebenschance haben soll. Dass diese Fragen, wie von den fünf Präsidenten vorgeschlagen, erneut und intensiver auf nationaler und auf europäischer Ebene diskutiert werden, kann nur gut sein, denn bis jetzt war das Hauptproblem, dass Deutschland damit durchkam, diese Fragen überhaupt nicht in der Öffentlichkeit erörtern zu wollen. Die Tatsache, dass die Kommission ihren Text nicht vollkommen symmetrisch geschrieben, [...]

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