„Der Wind des Zorns“ – Frankreich hat gewählt

„Der Wind des Zorns“ überschrieb gestern der „Figaro“ einen Kommentar zur vorgestrigen Regionalwahl in Frankreich. Und in der Tat, was über Frankreich am Sonntag hinweggezogen ist, wird wohl Geschichte machen als ein Sturm, der den politischen Beginn vom Ende der europäischen Idee markiert. In sechs von 13 Bezirken haben bei den französischen Regionalwahlen die Kandidaten des Front National von Marine Le Pen vorne gelegen und für ganz Frankreich haben sie – wie schon bei der Europawahl 2014 – alle anderen Parteien hinter sich gelassen. Präsident Hollandes „Sozialisten“ kamen nur auf Platz drei, hinter den „Republikanern“ von Ex-Präsident Sarkozy.

Marine Le Pen selbst hat ganz im Norden über vierzig Prozent geholt, genau wie ihre Nichte ganz im Süden. Auch der Chefstratege der Partei, Florian Philippot, hat in Elsass/Lothringen 36 Prozent geholt. Alle drei könnten am kommenden Sonntag die Stichwahl gewinnen, zumal Nicolas Sarkozy am Sonntag Abend sofort festgelegt hat, dass sich seine Partei in keinem Fall zugunsten von sozialistischen Kandidaten zurückzieht, um eine absolute Mehrheit des Front National zu verhindern.

Natürlich haben die meisten deutschen Medien in ihrer unerträglichen Selbstzufriedenheit sofort „festgestellt“, dass es der Terrorakt von vor drei Wochen war, der dem Front National die Wähler zugetrieben hat. [...]

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