Archiv | 21.12.2015 (editiert am 25.05.2016)

Die Anschläge in Paris: Wie ist der Islamische Staat entstanden?

Ein Gastbeitrag von Jean Feyder (der in französisch im Luxemburger Wort und in einer Kurzfassung in Le Jeudi erschienen ist)

Blinder und krimineller Terror hat am 13. November in Paris 129 Menschen das Leben gekostet und 350 Menschen verletzt. Er provozierte Entsetzen, Horror und starke Unruhe. Diese Anschläge werfen eine Reihe von Fragen auf. Wie ist es möglich, dass französische Djihadisten Mitbürger, unter ihnen Musulmane, so kaltblütig und blind erschießen konnten? Wie konnten solche Waffen in ihre Hände fallen? Diese Anschläge legten ernste Schwächen der französischen Geheim- und Sicherheitsdienste an den Tag wie auch der europäischen Zusammenarbeit.

Der mörderische Hass dieser jungen Leute traf zwar in erster Linie Frankreich, hat aber ganz Europa tief berührt. In den Vorstädten von Paris und anderer großer französischer Städte leben die Jugendlichen, deren Eltern aus den Maghreb-Staaten eingewandert sind, oft isoliert und in Ghettos. Sie haben kaum Zugang zu Erziehungs-, Berufsausbildungsmöglichkeiten und Arbeitsplätzen. Die hohe Arbeitslosigkeit in Frankreich trägt ihren Teil dazu bei. Eine Minorität dieser Jugendlichen lässt sich durch den Islamischen Staat (Daech) verführen, der ihrem Leben Sinn und Anerkennung verleiht, ihnen einen Lohn zusichert und sogar über den Weg des Märtyrertums das Paradies verspricht. Es handelt sich auch um ein religiöses Phänomen. [...]

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