Die Schweiz in der Rezession: Es sind die Preise, Dummkopf!

Auch wenn ich Werner Vontobels Titel von letzter Woche kopiere, nichts passt besser auf die Bewertung der aktuellen Entwicklung in der Schweiz als dieser Titel. Wie viel wurde in den letzten Monaten und Jahren darüber geschrieben, dass Preise und Löhne für den Außenhandel eigentlich gar keine Rolle spielen (wir haben das beispielsweise hier und hier kommentiert). Es sind die Nicht-Preis-Faktoren wie die Qualität der Produkte, die über die Nachfrage entscheiden, sagen die einen. Die anderen glauben, Löhne seien als Kostenfaktor nicht wichtig genug, um die Preise zu beeinflussen. Dritte wiederum sind fest davon überzeugt, dass die Preiselastizität der Nachfrage (also die quantitative Reaktion der Menge auf eine bestimmte Veränderung der Preise) normalerweise viel zu gering ist, um die Warenströme zu beeinflussen. Der vierte glaubt fest daran, dass nur die Kapitalströme die Handelsbilanzsalden erklären (dazu auch die erste der oben verlinkten beiden Quellen).

Alles Mumpitz! Es wäre auch schwer zu verstehen, dass ausgerechnet in einer Marktwirtschaft die Preise, das wichtigste aller Steuerungsmittel, keine Wirkung auf den Handel haben sollte. Ein neuer Testfall war und ist die Schweiz. Dort hat die Notenbank im Januar den Wechselkurs der Frankens freigegeben mit der Folge, dass der Franken von 1,20 zum Euro (wo ihn die Notenbank mit Hilfe von Interventionen am Devisenmarkt lange fixiert hatte) zunächst auf fast 1 : 1 stieg und inzwischen knapp unter 1,10 steht. [...]

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