Archiv flassbeck-economics | 18.12.2015 (editiert am 25.05.2016)

Europäische Konjunktur im Herbst: Verharren im Stillstand, aber keiner will es wahr haben – Teil 2

Ein Nachtrag zum ersten Teil dieses Artikels: Gestern kam der neue ifo-Index heraus (hier ein Stück in der FAZ dazu), der sich leicht abschwächte und damit unsere Einschätzung einer Stagnation voll bestätigt und auch die gestrige Aussage, dass weiterhin nicht verstanden wird, dass das absolute Niveau des ifo-Index keine Bedeutung hat.

Gestern brachte die Süddeutsche einen Artikel von Thomas Fricke und Hubert Beyerle über die Prognosen für 2015, der viel über die herrschende Konfusion in volkswirtschaftlichen Fragen und über Konjunktur und Prognosen insbesondere aussagt. Da wird der beste Prognostiker geehrt, weil er vorhergesagt hat, dass die deutsche Wirtschaft in 2015 um etwa (die offizielle Zahl gibt es erst im März 2016) 1,7 Prozent gewachsen ist. Der „Gewinner“ hat 1,6 Prozent vorhergesagt (und einige Nachfragekomponenten am besten getroffen), die Masse der „Verlierer“ hat 1,5 Prozent vorhergesagt. Den Artikel hätten sich Thomas Fricke und sein Ko-Autor uns dieses Jahr besser erspart. Denn er gaukelt dem Publikum wieder eine Genauigkeit der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VGR) vor, die es einfach nicht gibt.

Ich bin ganz sicher, hätte man alle diese Prognostiker eine Linie malen lassen für die Produktion im produzierenden Gewerbe in diesem Jahr, die tatsächliche bis in den Herbst hinein (findet sich hier) wäre nicht ein einziges Mal herausgekommen. [...]

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