Sektorale Salden und der Kredit der Banken

Ein Leser fragt uns: „Sie benutzen häufig das Modell der Guthaben-/Schuldensalden von Staat, privaten Haushalten, Unternehmen und dem Ausland. Die Sparguthaben sollten von Schuldnern aufgenommen und investiert bzw. konsumiert werden. Wie passt die Giralgeldschöpfung in dieses Modell? Die Banken greifen bei der Kreditvergabe nicht auf privates Sparguthaben zurück.“

Die Idee, dass Banken bei der Kreditvergabe nicht auf Sparguthaben angewiesen sind, ist richtig. Vergeben die Banken beispielsweise einen Kredit an ein Unternehmen, einen Haushalt oder den Staat, kann der Kreditnehmer damit beispielsweise offene Rechnungen bezahlen bei den anderen Haushalten, den Unternehmen oder beim Staat (oder die jeweiligen Sektoren des Auslandes). Folglich haben die Empfänger geringere ausstehende Forderungen, während der Kreditnehmer höhere Verbindlichkeiten bei der Bank hat, seine Forderungen gegenüber den anderen Sektoren aber gesunken sind. Insgesamt hat sich für die Volkswirtschaft nichts geändert, nur die Forderungen sind jetzt bei der Bank, aber nicht mehr bei den verschiedenen Sektoren. Vergibt die Bank einen Kredit, den der Kreditnehmer nutzt, um ein neues Gut zu kaufen, erhöht er seine Verschuldung, aber bei der Firma, bei der er das Gut kauft, entsteht ein Guthaben, das vermutlich bei einer Bank gehalten wird. Diesmal ändert sich für die Volkswirtschaft die Höhe der erzielten Einkommen, die Verteilung der Schulden und Sparsalden ist anders als zuvor. [...]

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