Archiv flassbeck-economics | 19.01.2016 (editiert am 25.05.2016)

Amerikas schrumpfende Mittelschicht: Trends in der Einkommens- und Vermögensverteilung

Vor einem Monat veröffentlichte das Pew Research Center eine neue Studie zur wirtschaftlichen Position der „Mittelschicht“ (oder „Mittelklasse“) in der amerikanischen Gesellschaft. Der Titel der Studie bringt die Kernergebnisse gut zum Ausdruck: „The American middle class is losing ground“ (Die amerikanische Mittelschicht verliert an Boden; siehe hier).

Die Studie bestätigt damit einmal mehr, was ohnehin allgemein bekannt sein sollte: Amerika wird immer ungleicher. Häufig liegt das Hauptaugenmerk bei der Betrachtung dieser gesellschaftlichen Entwicklung heute bei der kleinen Schicht der großen Gewinner, der Klasse der „top 1 percent“ (oder der: top 0,1/0,01/0,001 Prozent). Denn die Gewinne und der Reichtum der Super-Reichen im Vergleich zum Durchschnitts-Amerikaner sind mittlerweile so krass und der Prunk mancher Vertreter dieser Spezis so schamlos und abgehoben, dass es immer unmöglicher wird, sie nicht als schlichtweg peinlich und gänzlich unangemessen anzusehen. Die neue Pew Studie hat dagegen weniger die Klasse der Super-Gewinner im Visier, als den Durchschnitts-Amerikaner und die Masse der Gesellschaft, speziell jene „Mittelschicht“, deren Mehrheitsstatus in der Gesellschaft manchmal eben auch als Ausdruck der „Qualität“ oder „Gesundheit“ einer Gesellschaft angesehen wird.

Die Pew Studie bestätigt den allgemeinen Eindruck, den man auch bereits aus anderen Studien zu diesem Thema gewonnen hat: der Trend zu mehr Ungleichheit besteht schon seit mehreren Jahrzehnten und hat sich auch nach der Großen Rezession noch weiter fortgesetzt. [...]

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