Arbeitsmarkt – Deutschland als Vorbild für die Schweiz?

Ein Blick auf die deutsche Lohnstatistik macht alles klar. In puncto Lohnpolitik ist Deutschland nicht Vorbild, sondern ein Schreckgespenst.

Das Thema taucht immer wieder auf. Vor ein paar Wochen etwa hat die Meldung die Runde gemacht, dass Deutschlands Arbeitslosenquote gemäss ILO-Definition mit 4,4 Prozent erstmals unter dem Wert der Schweiz von 4,9 Prozent liege. Bei der nach (unterschiedlichen Kriterien gemessenen) nationalen Definition liegt die Schweiz mit bloss 3,7 % hingegen deutlich besser als Deutschland mit 6.1 %. Das wiederum liegt nicht zuletzt daran, dass die Schweiz die Ausgesteuerten (also die Arbeitslosen, die statt Arbeitslosengelder Sozialhilfe beziehen) nicht mitrechnet. Das löste eine heftige Diskussion um die richtige Statistik aus, deren Ergebnis die Berner Zeitung wie folgt zusammenfasste: „Deutschland hat die Schweiz nur scheinbar entthront.“

Neuerdings hat nun die Verlagerung von Industriearbeitsplätzen (siehe Astom) und der Stellenabbau im Einzelhandel die Diskussion um das Arbeitsmarktmodell Deutschland neu befeuert. So lobt etwa die NZZ die deutschen Hartz 4-Reformen: „Damit stieg die Motivation, auch einen schlechter bezahlten Job anzunehmen.“ Und weiter: „Durch die Franken-Stärke ist die Schweiz nun in eine Situation geraten, die der von Deutschland in den 1990er Jahren gar nicht so unähnlich ist. Die Schweizer müssen um ihre Wettbewerbsfähigkeit kämpfen, [...]

Guter Journalismus hat seinen Preis

Dieser Artikel ist nur für Abonnenten komplett einsehbar.

Anmelden