Auch du, mein Bruder Joseph – Aufgelesen bei Joe Stiglitz

Joe Stiglitz war anlässlich des Davoser Forums auf Europareise. Dabei gab er einige Interviews zur Eurokrise. Ein Leser hat uns darauf hingewiesen, dass er in einem Interview mit den Schweizer Tagesanzeiger auf die Frage, ob Griechenland ohne den Euro besser dran wäre, folgendes sagte:

„Ja. Die griechische Währung war nicht überbewertet, als das Land dem Euro beitrat. Der Euro hat das Problem der Überbewertung erst geschaffen. Es floss Geld ins Land, dann kam es zur Inflation, die das Land nicht mehr kontrollieren konnte, und so kam es zu einer real überbewerteten Währung und zu den bekannten Problemen.“

Es musste also erst „Geld fließen“, dann konnte es zur Inflation kommen. Das ist eine starke Behauptung, über die sich Hans-Werner Sinn freuen wird, behauptet er doch immer, dass es die Kapitalzuflüsse gewesen seien, die in den Krisenländern dafür gesorgt haben, dass die Preise zu stark gestiegen sind.

Genau das von einem zu hören, den man üblicherweise den Keynesianern zuordnet, ist schon erstaunlich. Es belegt aber, was ich schon seit sehr langer Zeit behaupte: Der Großteil der Keynesianer hat nicht verstanden, dass die keynesianische Spar-Investitionslogik (wonach die Investitionen dem Sparen vorausgehen und nicht umgekehrt) auch in außenwirtschaftlichen Beziehungen, [...]

Guter Journalismus hat seinen Preis

Dieser Artikel ist nur für Abonnenten komplett einsehbar.

Anmelden