Archiv flassbeck-economics | 11.01.2016 (editiert am 09.01.2017)

Der Roboter als Jobkiller? – 2

Zu dem Bild vom Roboter als Jobkiller, der in den letzten Jahren so richtig in Fahrt kam, passt unzweifelhaft ein Bild, bei dem die Produktivität der Arbeit durch die Decke geht. Denn wenn tatsächlich Roboter in ungekanntem Ausmaß Menschen in der Produktion ersetzen, dann, das ist die einzig vernünftige Schlussfolgerung, muss die Arbeitsproduktivität weit stärker als in der Vergangenheit zunehmen.

Doch die empirischen Ergebnisse sprechen eine ganz andere Sprache. Wir betrachten in Abbildung 1 die Entwicklung der Arbeitsproduktivität (hier zunächst als Index auf der Basis 1991) pro Stunde in den fünf größten Industrieländern. Tatsächlich kommt dabei zutage, dass sich das Wachstum der Produktivität in unglaublicher Weise abgeschwächt hat. Insbesondere seit dem Ende der großen Krise von 2008/2009 stagniert die Produktivität nahezu in diesen Länder, die doch, so glaubt es jedenfalls jeder normale Beobachter, an der Spitze des technischen Fortschritts stehen.

Abbildung 1

Roboter21

Selbst in den USA, wo die wirtschaftliche Entwicklung noch am besten läuft, ist der Produktivitätszuwachs zum Erliegen gekommen (die USA weisen allerdings einen seltsamen Sprung von 2008 auf 2009 auf, der schwer erklärlich ist, weil in der Rezession wie in den anderen Ländern zu sehen, [...]

Guter Journalismus hat seinen Preis

Dieser Artikel ist nur für Abonnenten komplett einsehbar.

Anmelden