Archiv flassbeck-economics | 13.01.2016 (editiert am 09.01.2017)

Der Roboter als Jobkiller? – 3

Wir haben in Teil 2 gesehen, dass die Investitionstätigkeit in den westlichen Industrieländern historisch schwach ist. Und das, das muss man sich vorstellen, nach vierzig Jahren neoliberaler Revolution. Im Gefolge der Theorie also, die angetreten ist, die Investitionstätigkeit sozusagen zu verselbständigen, abzukoppeln von solchen „Kleinigkeiten“ wie der Entwicklung der Nachfrage, ist die Investitionstätigkeit so schwach wie nie zuvor nach dem zweiten Weltkrieg.

Das Angebot, so der unsägliche deutsche Sachverständigenrat in unzähligen Gutachten seit den siebziger Jahren, müsse die „Führungsrolle“ in der wirtschaftlichen Entwicklung übernehmen, nur so sei dauerhaft eine befriedigende wirtschaftliche Entwicklung zu schaffen. „Leistung müsse sich wieder lohnen“ haben sie daraus auf der politischen Ebene gemacht. Alles Unsinn! Alles nur die Folge davon, dass man Mikro- und Makroökonomie nicht sauber getrennt hat. Das hat der deutschen und der europäischen Wirtschaft inzwischen unzählige (in der Größenordnung von vielen hundert) Milliarden Euro gekostet hat. Bravo, wenn das keine Leistung ist.

Betrachtet man die entscheidende Determinante des gesamtwirtschaftlichen Nachfragewachstums, die Reallohnentwicklung (Abbildung 1), wird schnell klar, warum eine Nachfragedynamik, die ausreichen würde, die Produktionskapazitäten voll auszulasten und die Unternehmen zu Erweiterungsinvestitionen anzuregen, nicht zustande kommt.

Abbildung 1

Robot31

In den letzten Jahren ist die Reallohnentwicklung in fast allen Ländern zum Stillstand gekommen. [...]

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