Archiv flassbeck-economics | 20.01.2016 (editiert am 25.05.2016)

Die Gedankenspiele der Ökonomen und ihre reale Bedeutung (Teil 1)

Günther Grunert hat in einem ausgezeichneten Artikel (hier) knapp Michal Kaleckis Analyse über den Ursprung von Gewinnen vorgestellt. Das Ergebnis der salden-mechanischen Analyse Kaleckis hat er wie folgt zusammengefasst:

„(Die) Bruttogewinne (von Unternehmen) nach Steuern (Pn) sind gleich den Brutto-investitionen (I) plus dem staatlichen Budgetdefizit (G – T) plus dem Exportüberschuss (NX) plus dem Konsum der Kapitaleigner (Cp) minus der Ersparnis der Arbeitnehmer (Sw). Oder anders ausgedrückt: Die Bruttogewinne nach Steuern sind umso höher, je höher die Bruttoinvestitionen, je größer das staatliche Haushaltsdefizit, je höher die Exportüberschüsse, je höher der Konsum der Kapitaleigner und je geringer die Ersparnisse der Arbeitnehmer sind.“

Das sind reine Identitäten. Man kann also die von Kalecki behaupteten Zusammenhänge nicht ernsthaft bestreiten (übrigens hat ein Deutscher, Wilhelm Lautenbach, genau diesen Zusammenhang etwa zur gleichen Zeit erkannt). Es gibt allerdings Kritiker einer solchen Auffassung, die glauben, man könne sich über diese Logik einfach hinwegsetzen, nur weil man einen bestimmten ideologischen Überbau hat. So ist z.B. Albert Reiterer der Meinung, dass Kaleckis Überlegungen zwar einen „höchst anregenden Ausgangs-Impuls“ geben, aber wie alle ökonomischen Theorien als ein „längeres Gedankenspiel“ erachtet werden sollten, [...]

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