Archiv flassbeck-economics | 21.01.2016 (editiert am 25.05.2016)

Die Gedankenspiele der Ökonomen und ihre reale Bedeutung (Teil 2)

Einen anderen Zusammenhang gibt es nicht, wenn man konsequent logisch im gesamtwirtschaftlichen Rahmen denkt. Dass der Staat oder die Unternehmen Schulden zurückzahlen, wäre höchstens dann angesagt, wenn die privaten Haushalte aufhörten zu sparen und sich selbst verschuldeten. Dass das zumindest in Deutschland höchst unwahrscheinlich ist, muss man nicht erwähnen (vgl. hier die Zahlen zum Nettosparen und Verschulden der Sektoren in Deutschland über die letzten 50 Jahre). Auch in diesem Jahr planen die privaten Haushalte in Deutschland etwa 150 Milliarden Euro neu zu sparen. Wohlgemerkt, neu zu sparen, also zusätzliche Ersparnis, die zusätzliche Schulden in dieser Größenordnung erfordert. Die Möglichkeit zur Rückführung von aufgelaufen Defiziten besteht für den Staat also schon deswegen zumeist nicht, obwohl das auch von vielen Keynesianern immer wieder behauptet und angemahnt wird, weil ja in jeder Periode das Sparproblem neu gelöst werden muss. Nur in der Situation, wo die Unternehmen auf Teufel komm raus investieren, obwohl die Privaten sparen, könnte er es tun. Von der Möglichkeit, das Ausland zu einer Nettoverschuldung zu bewegen, wollen wir auch hier absehen, das ist ja unser ständiges Thema.

Es gibt aber überhaupt keine Notwendigkeit dafür, die staatlichen Schulden zurückzuzahlen Denn es gibt keine „Verschuldungsfähigkeit“ von Staaten in ihrer eigenen Währung. [...]

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