Archiv | 12.01.2016

Die Schweiz – von Merkantilisten umzingelt

Die Schweiz ist von Ländern umzingelt, die systematisch Exportdumping betreiben. Die von vielen geforderte interne Abwertung ist jedoch keine gute Gegenstrategie.

Dumping ist, wenn man seine Waren und Dienstleistungen unter dem Kostenpreis anbietet, sei es, um Mitbewerber auszuhungern oder um die eigenen Landsleute in Arbeit zu bringen. Die Euroländer tun dies auf dreifache Weise. Erstens, indem sie die eigenen Währung schwächen und damit ihre Exporte verbilligen und die Importe verteuern. Zweitens, indem sie den Exporteuren rund 20% Mehrwertsteuer zurückerstatten. Drittens, indem sie die Lohnkosten der Unternehmen künstlich tief halten.

Die EZB schwächt den Euro systematisch. Mit dem massiven Aufkauf von Staatsanleihen (Quantitative Easing) verfolgt sie nicht zuletzt den Zweck, die Exportüberschüsse der Euroländer zu erhöhen: Mit Erfolg: seit 2008 ist der Exportüberschuss der Eurozone kontinuierlich von knapp 1 auf rund 4,5% des BIP gestiegen. Über den Daumen gepeilt hat die Eurozone damit rund einen Drittel ihrer Arbeitslosigkeit exportiert.

Als Reaktion darauf haben Spekulanten den Schweizer Franken massiv aufgewertet. Die Schweizerische Nationalbank hatte deshalb Ende 2011 den Frankenkurs des Euro auf 1.20 fixiert. Vor ziemlich genau einem Jahr hat sie den Kurs aber wieder freigegeben. Damit sind Schweizer Exporte heute real gesehen rund 20 Prozent teurer als bei der Einführung des Euro bzw. [...]

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