Draußen vor der Tür: Bankenrettung 2.0

Die Deutsche Bank hatte als Reaktion auf ihre anhaltenden Verluste am 18.Oktober des letzten Jahres in einer ad-hoc Mitteilung eine grundlegende organisatorische und personelle Neuordnung verkündet. Der Aktienmarkt scheint aber wenig Vertrauen zu haben, dass mit diesen Maßnahmen die Deutsche Bank wieder auf die Erfolgsspur zurückfinden kann. Der Schlusskurs der Deutschen Bank Aktie wurde am 20.Oktober letzten Jahres mit 26,52 Euro notiert, vergangenen Freitag fiel er auf unter 20 Euro.

Obwohl Börsenkurse und deren Entwicklung oft nur sehr wenig über die wirklichen Erfolgsaussichten eines Unternehmens aussagen, ist der Absturz des Kurses der Aktien der Deutschen Bank Ausdruck der Tatsache, dass die Deutsche Bank mit Schwierigkeiten zu kämpfen hat, die mit personellen und organisatorischen Maßnahmen nicht zu überwinden sind. Zu befürchten ist vielmehr, dass der Bestand der Deutschen Bank und von anderen Banken, die ein vergleichbares Geschäftsmodell verfolgen, am Ende wieder alleine durch staatliche Hilfe gesichert werden kann.

Das ist an sich schon ein Horrorszenario, aber es ist zudem zu erwarten, dass die mit solchen Rettungsaktionen verbundene Erhöhung der Staatsschuldenquote als sicheres Zeichen dafür gewertet werden wird, dass der Staat wieder einmal über seine Verhältnisse gelebt hat. Das wird sicher erneut zu einem weiteren Druck auf den Sozialstaat und für „Agenden“ die Rechtfertigung liefern, [...]

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