Europäische Kapitalmarktunion – der Weg zurück in die längst gescheiterte Fiktion der effizienten Finanzmärkte

Nach der Europäischen Bankenunion wird von vielen eine europäische Kapitalmarktunion als wichtiger Lösungsbeitrag für die Eurokrise angesehen. Mit der Kapitalmarktunion verfolgt die Europäische Kommission das Ziel, die Unternehmensfinanzierung zu erleichtern und damit die Investitionstätigkeit anzuregen. Als eine der wichtigsten Hürden für eine stärkere Investitionstätigkeit wird eine zu starke Abhängigkeit der Unternehmen von den Banken angesehen. Die Kommission glaubt, eine Stärkung der Kapitalmärkte könne helfen, die Effizienz der Finanzmärkte insgesamt zu verbessern.

Zu einer Beschreibung des Vorhabens in deutsch vgl. etwa Kapital 5 im letzten Gutachten des Sachverständigenrates, hier, oder ein Papier aus den offiziellen Vorbereitungsunterlagen der Kommission in englisch, hier. Eine sehr gute Kritik aus Le Monde Diplomatique findet sich hier.

Wie die Autoren aus Le Monde Diplomatique, Frédéric Lemaire und Dominique Plihon, schildern, ist die Verbriefung von Krediten einer der wichtigsten Punkte des Konzepts der EU Kommission. Wir erinnern uns, Verbriefung nennt man die Zusammenführung verschiedener Kredite zu einem Kreditpaket, das dann von den Banken am Kapitalmarkt weiterverkauft werden kann. Vor der großen Krise der Jahre 2008/2009 waren es vor allem amerikanische Hypothekenkredite unterschiedlicher Qualität (inklusive subprime), die zu Paketen verschnürt (und bestens von den Ratingagenturen bewertet) in die ganze Welt verkauft wurden. [...]

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