Archiv flassbeck-economics | 08.01.2016 (editiert am 25.05.2016)

Ruhig bleiben in der China-Falle

Das Handelsblatt, die Zeitung also, deren wichtigstes Ziel es ist, die Rentiers dieser Gesellschaft, die Geld-Anleger also (das Wort Investoren sollte man dabei tunlichst vermeiden, denn damit hat das Geld-Hin- und Herschieben wirklich nichts zu tun) glücklich zu machen, wurde gestern schwer nervös. „Ruhig bleiben“ beschwor sie in großen Lettern die Gemeinde der Finanzmarktgläubigen. Warum eigentlich?

Was kann besseres passieren, als dass jetzt endlich eine Menge der heißen Luft, die sich in den letzten Jahren an den „Märkten“ angesammelt hat, abgelassen wird? Dass das zum Teil panikartige Züge annimmt, ist nicht verwunderlich, wenn man sich vorstellt, wie viele Zocker insgeheim wissen, dass ihre wunderbaren „Wertsteigerungen“ der letzten Jahre nichts anderem geschuldet waren als ihrem eigenen kollektiven Aufschwungswahn. Dass diese „Wertsteigerung“ mit realen Geschehnissen in Verbindung gestanden hätte, das glauben doch nur noch Kinder und die streng Marktgläubigen.

Das Pfeifen im Finanzwald beim Handelsblatt ist aber noch harmlos gegen den totalen Kontrollverlust bei Spiegel-Online. Dort wird suggeriert, der Absturz in China sei auf einen Kontrollverlust der kommunistischen Regierung zurückzuführen. Dass der Redakteur jede Kontrolle über seinen Verstand verloren hat, zeigt sich unzweideutig daran, dass er glaubt, es gehe um „Kontrolle versus Wachstum“. Wörtlich sagt er: „… [...]

Guter Journalismus hat seinen Preis

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