Archiv flassbeck-economics | 19.02.2016 (editiert am 25.05.2016)

Die europäische Konjunktur zum Jahresende 2015 – Das Elend wird offensichtlich – Teil 2

Der erste Teil hat ja schon gezeigt, wie trostlos die aktuellen Indikatoren für Europa sind. Im zweiten Teil werden wir das ergänzen und einmal grundsätzlich Stellung beziehen zu der Frage, die uns oft von Lesern gestellt wird, nämlich wieso wir so sicher sein können, dass die aktuellen Entwicklungen von den offiziellen Zahlen der statistischen Ämter nicht angemessen erfasst werden. Immer wieder wird gesagt, aber es gibt doch so viele andere Indikatoren, die nach oben zeigen, die darf man doch nicht ignorieren. Das aber stimmt meistens nicht.

Der entscheidende Fehler wird sehr häufig auch von Journalisten gemacht. Hier ein Beispiel aus der Financial Times (hier, aber im Abonnement vermutlich). Man sagt, einerseits sei zwar die deutsche Industrieproduktion rückläufig gewesen, andererseits aber sei vom Statistischen Bundesamt gemeldet worden, dass die Inlandsnachfrage stark sei und auch die Investitionen gestiegen wären.

Man setzt sozusagen gleich in ihrer Aussagekraft die Daten, die auf der sogenannten Entstehungsseite des BIP erhoben werden und diejenigen, die auf der Nachfrageseite aus der Rechnung des Bundesamtes herausfallen. Das ist ein grober Fehler, aber dazu am Ende mehr.

Wie schon bei der Industrieproduktion, kann man auch bei der Bauproduktion weiterhin nur Stagnation konstatieren. [...]

Guter Journalismus hat seinen Preis

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