Archiv flassbeck-economics | 01.02.2016 (editiert am 25.05.2016)

Die Gedankenspiele der Ökonomen und ihre reale Bedeutung (Teil 3)

Unser zweiteiliger Beitrag zum obigen Thema hat viele Leser zu kritischen Kommentaren angeregt, die wir zum Anlass nehmen, einige unserer Aussagen zu präzisieren und unsere Motivation für die kritische Auseinandersetzung mit Positionen, die sich ebenfalls als Beitrag zu einer Überwindung des neoliberalen Politikmodells verstehen, zu erklären.

Unsere zentrale Aussage ist, dass Steuerpolitik das Problem der Unterkonsumption nicht zu lösen imstande ist, sondern dass dafür 1.) die Primärverteilung zwischen Löhnen und Gewinnen zu korrigieren ist und 2.) der Staat nur mit Haushaltsdefiziten das Problem des Sparens von Haushalten lösen kann.

Ein häufig vorgebrachter Einwand gegen (2) ist, dass der Staat sich eine weitere Verschuldung einfach nicht mehr leisten kann. Nun ist zuzugeben, dass viele Geldordnungen den Staat zwingen, mit Banken bzw. mit Kapitalmarktteilnehmern (Finanzsektor) eine kreditähnliche Beziehung einzugehen. Für Kredite charakteristisch ist, dass die ausgezahlten Beträge zurückzuzahlen sind und darauf ein Zins zu entrichten ist. Und wer Kreditnehmer ist, kann sicherlich zahlungsunfähig werden. Die offene Frage aber ist, ob ein Staat ebenfalls in diese Situation kommen kann oder sogar kommen muss.

Er kann, wenn er sich in einer Währung verschuldet, über deren Emission er selbst nicht entscheiden kann. [...]

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