Archiv flassbeck-economics | 05.02.2016 (editiert am 25.05.2016)

Es knirscht im Getriebe: Anmerkungen zur US-Konjunktur zur Jahreswende

Das Wachstum der amerikanischen Wirtschaft hat sich im vierten Quartal weiter abgekühlt. Der im letzten Frühjahr euphorisch vermeldete Wachstumsschwung ist nunmehr gänzlich verflogen. Bereits im dritten Quartal belief sich das Wachstum auf nur 2 Prozent nach 4 Prozent im 2. Quartal. Im 4. Quartal waren es laut der Ende letzter Woche erschienenen Vorabschätzung des Bureau of Economic Analysis nur noch 0,7 Prozent. Die große Unsicherheit und Fragilität, die die Konjunkturlage in wichtigen anderen Regionen der Weltwirtschaft seit geraumer Zeit befällt, betrifft damit heute gleichermaßen auch die US-Wirtschaft. Und damit erscheint auch die geplante Straffung der Geldpolitik seitens der Federal Reserve in einem neuen Licht. Der US-Wirtschaftsmotor läuft einfach nicht rund. Wer von ihr neue Zugkraft für die Weltwirtschaft erhofft hatte, wie etwa Europas in Dauernotlage befindliche Währungsunion, hofft wohl vergeblich. Auch an der Währungsfront wird es immer ungemütlicher. Für die führenden Nationen und Volkswirtschaften der Welt gilt heute immer mehr: jeder für sich, keiner für alle. Die Risiken für eine neue Weltwirtschaftskrise haben deutlich zugenommen.

Die weitere Verlangsamung des Wachstums der amerikanischen Wirtschaft im Herbst im Vergleich zum Wachstum in Sommerquartal betraf dabei alle Ausgabenkomponenten. Selbst der private Konsum, gemeinhin das wichtigste Zugpferd der US Wirtschaft, wuchs mit nur 2,2 Prozent Jahresrate deutlich langsamer als zuvor, [...]

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