Helikopter- , Drohnen- oder Lohntütengeld?

Jetzt ist das Grundeinkommen auch im neoliberalen Mainstream ein Thema. Man muss allerdings Helikoptergeld dazu sagen. Kommt jetzt auch das Lohntütengeld zurück?

Die letzten Jahre haben tiefe Spuren in den Köpfen der Wirtschaftskommentatoren eingegraben. Spuren, aus denen man kaum noch rauskommt. Wir sind alle kleine Mario Draghis geworden und zerbrechen uns den Kopf des EZB-Chefs. Wirtschaftspolitik ist Geldpolitik. Punkt. Fiskalpolitik – das weiss man ja – ist angesichts der Verschuldung unmöglich geworden. „Lohnpolitik“ sagt man nicht. Das heisst jetzt „Deregulierung“ oder „Strukturreformen“. Der Zusammenhang zwischen Geldpolitik und Strukturreformen ist, dass erstere den Mut zu letzterem lähmt. Ein Punkt, denn man als Kommentator nie zu erwähnen vergessen darf.

Doch allmählich wird klar, dass die Geldpolitik, so wie sie Draghi bisher betrieben hat, die Konjunktur auch nicht ankurbeln kann. Noch nicht einmal negative Zinsen können die Unternehmen zu Investitionen verleiten. Die Konjunktur stockt nicht nur, sie droht zu kippen. Da kann man nicht mehr warten bis die Strukturreformen greifen. Also braucht es noch mehr quantitative Erleichterung. Die Namen stehen schon: QE 3 und QE 4. Die Kommentatoren haben den Jargon gelernt. QE 3 steht für QE auf ewig. Doch der aktuelle Favorit der Medien ist QE 4 oder Helikoptergeld. [...]

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