Archiv | 25.02.2016

Holzhackerbuam

Ein Beitrag unseres Lesers E. J.

Dass die „Institutionen“ Griechenland mit der sog. Sparpolitik den Ast absägen, auf dem es sitzt und infolgedessen immer weiter abstürzt, ist kein Geheimnis. Das gilt auch und besonders für das Rentensystem.

Das griechische Rentensystem erinnert in seiner Zersplitterung in zahlreiche „Pensionsfonds“ an das Krankenkassensystem in Deutschland. Pläne, die 133 Pensionsfonds nach 2010 zu dann noch 13 zu fusionieren (in Deutschland gibt es derzeit 136 gesetzliche Krankenkassen) sind in der Praxis bislang gescheitert (1).

In einem Land, in dem Sozialhilfe inexistent und die Arbeitslosenunterstützung materiell bescheiden und zeitlich begrenzt ist, ersetzt die Rente im Ergebnis die anderswo üblichen Sozialleistungen. Mit dem Unterschied, dass Bedürftigkeit nicht den entscheidenden Maßstab bildet, die Rentenverteilung also individuelle Armut nicht im eigentlich möglichen Umfang mildert oder beseitigt (2). Niemand bestreitet also, dass in punkto Effektivität –nicht zuletzt durch eine notwendige Entflechtung von Rentensystem und Sozialhilfe – Potential nach oben besteht.

Die Forderung allerdings, das griechische Rentensystem müsse „kostendeckend“ sein, entspräche der Forderung, die 2014 in Deutschland gezahlten Sozialhilfeleistungen (SGB XII) in Höhe von 26.5 Mrd. EURO müssten mit Beitragseinnahmen gegenfinanziert werden.

Vergleicht man die Sozialleistungsquoten, also das Verhältnis von Sozialleistungen zum Bruttoinlandsprodukt, [...]

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