Investitionen und Ersparnisse – eine Klarstellung

Ein Leser schreibt uns in Bezug auf den Beitrag „Sektorale Salden und der Kredit der Banken“ (Link):

„Dass  Investitionen nur mit Ersparnissen  – diese begriffen als  Nicht-Kon­sum (Y – C) –  möglich sind, ist darin begründet, dass nur der nicht verkonsumierte Teil des Bruttoinlandsprodukts in Form von Investitionsgütern zur Verfügung steht. Werden definitionsgemäß das Bruttoinlandsprodukt  mit dem Einkommen der Verbraucher und die Menge der in einem Wirtschaftsjahr produzierten Konsumgüter mit den Konsumausgaben gleichgesetzt, so kann nur der Teil der gesamten produzierten Güter investiert werden, dem keine Konsumausgaben entsprechen.“

Der fett hervorgehobene Teil klingt erstmal logisch, entpuppt sich aber als eine Fehlinterpretation einer Identität (Gleichung). In einer geschlossenen Volkswirtschaft (ohne internationalen Handel) gilt, dass die Höhe der Ersparnis der Höhe der Investitionen entspricht. Es ist richtig, dass konsumierte Güter nicht investiert werden, aber was bedeutet das? Schließlich taucht ja der Konsum K nicht in der definitorischen Gleichung Investion I = Ersparnis S auf. Dies ist schon ein Fingerzeig, dass es mit realen Güterengpässen hier nicht weit her ist. Wenn ich ein Haus bauen möchte und dies per Kredit finanziere, dann werden zusätzliche Investitionsgüter erzeugt, sollten die bestehenden Quantitäten nicht ausreichen. [...]

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